https://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/delbrueck/22751675_Auch-die-FDP-stellt-einen-Buergermeisterkandidaten-in-Delbrueck.html

Delbrück. Bei den Kommunalwahlen am 13. September kandidieren in Delbrück drei Bewerber um das Bürgermeisteramt. Die FDP schickt den 30-jährigen Sascha Bendix ins Rennen. Zunächst sah es nach einem Alleingang des Rathauschefs Werner Peitz aus. Mitte März gab die Soziale Gemeinschaft (SGD) bekannt, sie wolle den Bürgerinnen und Bürgern mit der Aufstellung ihres Fraktionsvorsitzenden Willibald Haase eine Alternative bieten. Die CDU-Mehrheitspartei stellt wie im Jahr 2014 keinen eigenen Kandidaten. Sie kündigte an, den parteilosen Peitz zu unterstützen.

„Ich kann zwar nicht die Welt verändern, aber mich um Delbrück kümmern“, lautet der Wahlspruch des FDP-Newcomers auf der kommunalpolitischen Bühne. „Eigentlich wollten wir ihn zur nächsten Wahl in fünf Jahren aufstellen. Bei unserer letzten Vorstands-Video-Sitzung kamen wir überein, dass wir den Delbrückern sein junges und dynamisches Kandidaten-Profil nicht vorenthalten sollten. Zudem kann Sacha wichtige Erfahrungen sammeln“, begründet die PFD-Stadtverbandsvorsitzende Roze Özmen den überraschenden Schritt. Für erste Listenplätze stellt sie mit Marion Gerson und Sven Kohrs zwei weitere neue Leute vor.

Bendix wohnt in Delbrück, ist ledig und arbeitet bei der ortsansässigen Firma Fischer Haustechnik. Der angehende Meister für Energie und Gebäudetechnik ist in Bentfeld aufgewachsen. Als 16-Jähriger übernahm er dort Verantwortung an der Spitze der Jungschützen. Ehrenamtlich engagiert er sich auch bei der Feuerwehr. Beim ersten Fototermin hält er ein großes Schild mit der Botschaft „Stayathome“ in die Kamera. „Ich möchte an die Bevölkerung appellieren, sich weiter so vorbildlich zu verhalten, um die Krise zu bewältigen“, lautet seine Botschaft bevor er Gründe für seine Arbeit in der FDP nennt. „Es geht um Veränderungen, um frischen Wind von außen. Die Weiterentwicklung in den Bereichen Digitalisierung, öffentlicher Nah- und Fernverkehr, Bildung sowie Feuerwehr und Rettungsdienst müssen angepackt werden. Haupt- und Ehrenamt können effektiver zusammenarbeiten. Transparenz im Rathaus bedeutet Vertrauen, wenn die Öffentlichkeit mehr über die Entscheidungsmöglichkeiten erfährt. Mein Netzwerk werde ich nutzen, um Jüngere für politisches Engagement zu motivieren.“

„Unsere FDP spiegelt die Vielfalt der Delbrücker Gesellschaft wider. Wir sind in der glücklichen Lage alle 20 Wahlkreise mit eigenen FDP-Mitgleidern zu besetzen, weil die Zahl unserer Mitglieder sich seit 2017 mehr als verdoppelt hat. Darunter sind viele junge Männer und Frauen“, freut sich Özmen. Sie, Gustav Robrecht und Sascha Bendix nehmen die ersten drei Plätze auf der Bewerberliste ein. Özmen ist seit 2009 im Stadtrat. Robrecht ist seit 1994 Sachkundiger Bürger und seit 2004 im Stadtrat. Darauf folgen die 43-jährige Marion Gerson und der 38-jährige Sven Kohrs. Gerson leitet seit 2016 die Marien-Schule in der Kernstadt und ist Mitbegründerin des innovativen Arbeitskreises Delbrücker Grundschulen. Ehrenamtlich war sie in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Die Freien Demokraten stünden kernzentriert für Digitalisierung und Bildung, blickt die Ehefrau und Mutter zweier Kinder gespannt auf zukünftige Aufgaben: „Wir bilden hier vor Ort ein breit aufgestelltes Bindeglied und können mit unserem Know-how gut abschätzen, was realisierbar ist. Vielversprechende Ansätze möchten wir unbedingt voranbringen. Wir wünschen uns, dass bei allen Gruppierungen nicht das Parteibuch, sondern die Ideen selbst im Vordergrund stehen.“

Kohrs hat sich 2017 nach der Bundestagswahl der FDP angeschlossen. „Das ist die einzige Partei, die zielführende Lösungen zu den Kernthemen Digitalisierung, Wirtschaft und Migration anbietet“, so die Wahrnehmung des Schatzmeisters des Delbrücker FDP-Stadtverbands. Der Jungunternehmer aus Paderborn betreibt Telekommunikations-Shops. Er wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern in Bentfeld.

In Delbrück setzen sie auf Bürgernähe: „Wir versuchen überall präsent zu sein, wo sich Menschen begegnen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, um zu hören, wo der Schuh drückt und was sie sich wünschen. Im Sitzungssaal geht es weiterhin nicht darum, wer einen Antrag eingebracht hat, sondern ob er nach unserer Auffassung Hand und Fuß hat“, betont die Vorsitzende.