FDP Stuckenbrock

Roze Özmen, Verbandsvorsitzende der FDP Delbrück und Kreisvize der FDP Paderborn ist die Gastrednerin auf dem Ortsparteitag der FDP Stuckenbrock

Schloß-Holte Stuckenbrock, 10.03.2016

Neben Neuwahlen und politische Lage stand das Thema „Flüchtlinge“ auf der Tagesordnung. Roze Özmen referiert über ihre eigene Erfahrungen als Flüchtling und ihren Werdegang als Migrantin in Deutschland, NRW und Paderborn und ging auch auf das Thema des Ehrenamtes ein:

„Die Hilfsbereitschaft und das Engagement von der Gesellschaft, Bürgerinnen und Bürger sind Enorm groß und das ist gut so. Denn ohne die Ehrenamtshilfe könnten weder die Städte noch die Politiker diese Herausforderung stemmen. Unser Verwaltungsapparat ist aktuell heillos überfordert. Die Bewältigung der Flüchtlingsströme stellt uns vor ungeahnte Herausforderungen. Dabei geht es nicht nur um die Probleme bei der Registrierung, fehlenden Unterkünfte und beim Gesundheitswesen sondern auch um das Zusammenleben, die großen kulturellen Unterschiede, die Integration in unseren Städten und nicht zuletzt die schnelle Einbindung in den Arbeitsmarkt. Über Integration wird viel geredet, aber leider nur wenig getan. Die Verpflichtung, sich an die Regeln des Grundgesetzes zu halten und zum Beispiel die Gleichberechtigung von Mann und Frau zu akzeptieren und zu leben, ist dabei eine Selbstverständlichkeit, die in dem Gesetz aber auch ausdrücklich genannt werden sollte. Die Fehler, die man bei dem Zuzug der Gastarbeiter in den Sechziger- und Siebzigerjahren gemacht hat, dürfen sich nicht wiederholen. Man wollte Gastarbeiter anwerben und stellte fest, es sind Menschen gekommen. Niemand darf politisch heute den Eindruck erwecken, dass alle, die zu uns gekommen sind, in absehbarer Zeit wieder das Land verlassen. Und ja, die Flüchtlinge sind auch Menschen wie Sie oder Sie oder ich. Mit dem Unterschied, dass sie einige Probleme mehr haben als wir. Das dürfen wir bei der ganzen Debatte nicht vergessen. Ein weiteres Thema ist die Residenzpflicht. Der Bund soll Wohnsitzauflagen für anerkannte Asylbewerber prüfen um Ghettobildungen zu vermeiden. Es ist sehr normal, dass auch die Flüchtlinge lieber da sind, wo Ihre Freunde, Verwandtschaft oder auch Landsleute. Dennoch ist für die Integration und ein gesundes Miteinander besser, wenn wir die möglichen Ghettobildungen vermeiden können. Bei vielen Flüchtlingen steht der Glaube über Bildung. Das darf bei den Integrationskonzepten nicht ignoriert werden“